Verschwendung: Fazit

GreenBeefs Allgemein

Servus Freunde,

heute kommen wir zum Fazit von einem unserer Themen: der Verschwendung. Wir haben die Verschwendung in den vergangenen Wochen von unterschiedlichen Seiten belichtet und zunächst wollen wir unsere bisherigen Gedanken noch einmal zusammenführen.

Richten wir zunächst den Blick auf den Beitrag über die Avocado. Wir haben festgestellt, dass die allseits hochgepriesene Frucht doch einen recht unappetitlichen Hintergrund hat. In den südamerikanischen Anbaugebieten ist Urwaldrodung für neue Plantagen nicht ungewöhnlich und bedroht damit selbstverständlich die Tier- und Pflanzenwelt. Grundwasserbelastung durch Pestizide und andere Düngemittel sind ebenfalls ein unverzeihlicher Eingriff in das Ökosystem der dortigen Natur. Die zusätzlich bestehende Beeinträchtigung der Umwelt durch die langen Transportwege von Südamerika nach Europa ist ebenfalls ein Grund, die Huldigung der Avocado zu hinterfragen.

Unser nächster Beitrag behandelte den Wasserverbrauch bei der Haltung von Tieren, wobei wir einen regionalen Landwirt interviewten, um Informationen über dieses Thema zu erhalten. Hierbei blieben uns vor allem einige beängstigende Zahlen im Kopf. Wir fanden zum Beispiel heraus, dass für die Erzeugung eines Kilogramms Rindfleisch rund 15.000 Liter Wasser benötigt werden. Dies entspricht anschaulich ca. 75 gefüllten Badewannen. Selbstverständlich nennen wir unsere Erde nicht ohne Grund den blauen Planeten. Jedoch besteht dieser lediglich zu einem sehr kleinen Teil aus Süßwasser, das für die Landwirtschaft gebraucht wird. Außerdem klärte uns der befragte Landwirt über die Folgen der „konzentrierteren“ Tierhaltung auf. Die großen Mengen an Ausscheidungen führen oft zu einer Überdüngung der Äcker und einer daraus resultierenden Grundwasser­verun­reinigung.

Verpackungsmaterial ist natürlich auch ein sehr wichtiger Teil des Themas Verschwendung, weswegen wir uns hiermit ebenfalls auseinandergesetzt haben. Plastikverpackungen sind zwar aus Gründen der damit erreichbaren Konservierung in naher Zukunft schwer zu ersetzen, man sollte jedoch immer versuchen, unnötigen Plastikmüll zu vermeiden. Beispielsweise wird die Genießbarkeit des Pausenbrots durch eine einfache papierne Vespertüte keineswegs beeinträchtigt. Auch beim Einkaufen sollte man an eine hauseigene Tragetasche denken oder die vielerorts bereits angebotene Papiertüte nehmen, aber besser die Finger von einer, die fossilen Rohstoffe verbrauchenden, schwer ökologisch abbaubaren, Plastiktüte lassen. Wenn man auch nur ein wenig darauf achtet, tut man nicht nur der Umwelt etwas Gutes, sondern auch sich selber, da man ja noch viele weitere Jahre auf einer gesunden Erde verbringen möchte.

Allerdings gibt es auch einige Lichtblicke. Hierzu können wir nach eingehender Analyse z.B. das Unternehmen Alpro zählen. Der belgische Hersteller von u.a. auf Soja basierenden Produkten bietet vielen Vegetariern und Veganern Lebensmittel ohne tierische Zusatzstoffe an. Das Unternehmen wirbt vor allem mit seiner nachhaltigen Produktion. Man arbeitet bspw. eng mit dem WWF (World Wide Fund For Nature) zusammen, um Urwaldbewohner nicht zu gefährden und trifft damit den Nerv der Zielgruppe. Natürlich ist es zum Großteil Marketing und man darf nicht alles für bare Münze nehmen, denn mit dieser Kampagne möchte das Unternehmen in erster Linie den Umsatz und den Gewinn steigern. Andererseits gibt es auch andere Profiteure von dieser Aktion: Die Tier- u. Pflanzenwelt wird geschont und die Käufer bekommen ökologische, nachhaltig produzierte Produkte, die zu ihrer Lebensweise passen.

Nicht zu vergessen ist die Projektidee, die uns in den letzten Wochen gekommen ist. Coffee-to-go-Becher sind ein allgegenwärtiges Problem. Sie liegen im Straßengraben, in Seitengassen oder zumindest im Mülleimer. Ein ähnliches Problem gibt es auch in unserer Schule und obwohl die derzeit benutzten Pappbecher aus anbaubaren Rohstoffen bestehen und ökologisch relativ gut abbaubar sind, entstehen jährlich viele, viele Tonnen an Müll – alleine durch Coffee-to-go-Becher. Um mal eine Zahl zu nennen: es werden pro Stunde durchschnittlich 320.000 Einwegbecher in Deutschland weggeworfen. Eine unvorstellbar große Zahl. Auch an unserer Schule werden solche Einwegbecher an der Kaffeemaschine angeboten und wir kamen auf die Idee in Kooperation mit der Schulleitung und der Schülermitverwaltung ein Konzept zu erstellen, das dieser maßlosen Verschwendung den Kampf ansagt. Denn natürlich ist es wichtig, die Menschen zu sensibilisieren und sie auf die oft zunächst unscheinbaren Probleme hinzuweisen. Doch vielleicht ist es sogar noch wichtiger, den Leuten Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie die Probleme beseitigen können und mit gutem Beispiel voranzugehen. Ohne aktives Mitwirken verändern sich die Umstände kaum bis gar nicht.

Für viele Menschen schwingt bei dem Wort „Veränderung“ nicht nur Positives mit. Sicherlich ist eine Konsumveränderung kein Selbstläufer und vor allem beim Thema Verschwendung nicht, bei dem die Ergebnisse nicht direkt sichtbar werden. Daher ist eine gewisse Vorstellungskraft und Selbstlosigkeit elementar bei der Frage, ob man diese Veränderung konsequent durchführen kann und will. Oft wird man sich fragen: „Wozu mache ich das?“. Eine gute Frage. Hierbei ist Vorstellungskraft gefragt. Rohstoffe wie Erdöl und Erdgas sind endlich und werden zurzeit immer rarer. An den Polen beginnt nun die Jagd nach diesen Ressourcen und die Konzerne werden wenig bis keine Rücksicht auf die unberührte Natur nehmen.
Nachhaltigkeit ist das Wort, das derzeit in aller Munde ist – und das auch nicht ohne Grund. Wollen wir unseren Nachkommen eine Welt hinterlassen, in der die Umwelt nur noch ein Abstraktum ist und das nur, weil wir ein bequemeres Leben haben wollten?
Eine andere mögliche Frage: „Weshalb ich?“ lässt sich am besten ökonomisch erklären. Stellt man den Kauf von bspw. Plastiktüten, Produkten mit unnötig viel synthetischer Verpackung oder z.B. auch Avocados ein, sinkt die Nachfrage und die Hersteller bekommen signalisiert, dass eine baldige Veränderung des Produktangebots bzw. der Anbaubedingungen von Nöten ist. Alleine mit Toleranz, Akzeptanz und Lob für Umweltschützer, also passiver Hilfe, gelingt die so wichtige Veränderung nicht. Jeder kann helfen, indem er persönlich auf einige Sachen achtet oder indem er an Sachen partizipiert, die über den eigenen Tellerrand hinausgehen.
Abschließend kann man sagen, dass es gut ist, sich vor dem Wort Veränderung in diesem Kontext zu fürchten. Dies führt zum Auseinandersetzen mit der Problematik und dem Bilden einer eigenen Meinung. Doch nicht nur die persönliche Einstellung ergibt sich aus dem Prozess. Eigene Ideen, eigene Lösungen, an deren Verwirklichung man sich beim Kampf gegen die Verschwendung und für die Umwelt orientieren kann, werden entwickelt.
Schlussendlich muss jeder für sich selbst entscheiden, welchen Weg er geht und wie er ihn geht. Die daraus resultierende Vielfältigkeit der Ideen und Lösungsvorschläge führt zu Diskussion und Eigendynamik, die ein langfristiges Auseinandersetzen und damit einen langfristigen Erfolg beim Kampf gegen die Verschwendung und Umweltbelastung garantieren.

Viele Grüße
Eure GreenBeefs